Grußwort von Abtprimas Jeremias Schröder
Liebe Besucher des Altöttinger Klostermarktes,
Klöster sind seit Jahrhunderten Orte des Gebets und der Gemeinschaft – aber eben auch Orte, an denen Spiritualität ganz konkret wird. Was wir glauben, bleibt nicht im Innerlichen stehen, sondern sucht Ausdruck im Tun, im Gestalten, im alltäglichen Leben.
Der Klostermarkt ist in diesem Sinne mehr als eine Kaufgelegenheit. Er ist ein echter Markt, ein Ort der Freiheit, ein Raum des offenen und ungezwungenen Austauschs. Menschen kommen zusammen, schauen, probieren, fragen – ohne Verpflichtung, aber mit echter Neugier. Diese Freiheit ist auch ein Wesenszug des klösterlichen Lebens: eine innere Freiheit, die ihre Wurzel in der Verankerung bei Gott hat.
In Altötting geschieht in diesen Tagen Begegnung: zwischen Besuchern und Klöstern, zwischen unterschiedlichen Lebenswelten, zwischen Fragen und Antworten. Besonders schön ist dabei der direkte Kontakt mit den klösterlichen Herstellern – mit denen, die Ihnen Seifen, Kerzen, Bier, Wein und Leckereien anbieten.
Denn hinter all diesen Produkten steht mehr als handwerkliches Können oder wirtschaftliches Interesse. Es ist eine Weise, die Wirklichkeit zu formen, die aus dem Glauben an die Schöpfung erwächst. Was wir hier sehen und kosten können, ist Ausdruck einer Lebensform, die die Welt ernst nimmt – als Gabe und als Aufgabe zugleich.
Ich wünsche diesem Klostermarkt viele gute Begegnungen, offene Gespräche und Momente echter Freude. Möge er ein Ort sein, an dem etwas von der Tiefe und Schönheit klösterlichen Lebens spürbar wird.
Jeremias Schröder OSB
Abtprimas der Benediktinischen Konföderation

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